Fachartikel aus der "Naturheilpraxis 7/2015
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Chronisch lymphatische Leukämie

Praxisfall: 14 Jahre CLL mit ständigen Infektionen

Dargestellt wird der Fall eines inzwischen 64-jähriges Patienten, der seit 14 Jahren unter einer chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) leidet. Dabei stehen ständig aufflackernde starke Infektionen im Vordergrund. Diskutiert wird die Frage, inwiefern die Überforderung des Abwehrsystems mit zum Krankheitsbild beiträgt und welche Ansätze zur naturheilkundlichen Therapie sich daraus ergeben.

Der verheiratete Patient hat zwei Töchter und ist eine hochgewachsene sportliche Erscheinung mit insgesamt guter Konstitution und einem eher zurückhaltendem Wesen, eine intellektuell-betonte (ernste, pflichtbewusste) Persönlichkeit. Er arbeitete als Marktforscher im Verlagsbereich und später als Lehrer. In psychologischer Hinsicht neigt er manchmal zum Grübeln über berufliche Themen.

Bevor die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) diagnostiziert wurde, hatte der damals 50-jährige (heute 64-jährige) Patient bereits viele größere Infektionen hinter sich; möglicherweise bestand die CLL schon länger. Neben den üblichen Erkältungsinfektionen wie rezidivierende Anginen, Husten, Schnupfen klagte der Patient über häufige Herpesbläschen, Karbunkel durch entzündete Haarfollikel und entzündete Schweißdrüsen, die einige mal operiert werden mussten. Vielleicht lag eine erbliche Komponente für den frühen Ausbruch der („Alters“)Leukämie vor (der Vater des Patienten war mit 47 Jahren an einem Lungentumor unklarer Genese - auch eine CLL im Vorfeld? - verstorben).

Als vor mehr als 14 Jahren bei einer Routineuntersuchung die CLL (TYP B-CLL, Stadium A nach Binet, mit 90 % verändertem Knochenmark) diagnostiziert wurde, zeigte sich bald, dass die Krankheit einen aggressiven Verlauf nahm, die Lymphozyten sehr rasch prozentual zunahmen und auch die Leukozyten-Werte von anfänglich 30.000 schnell anstiegen auf 60.000, später bald über 100.000 auf 150.000 Leukos. Der Patient hatte eine A rt „Abwehrschwäche“;  es zeigten sich laufend Infektionen wie Herpes Infektionen, Anginen, Pneumonien, häufiges Pfeiffer‘sches Drüsenfieber(Epstein Barr Virus), Gürtelrose (Herpes Zoster) an verschiedenen Nervensträngen, Polyarthritis an Händen, Knien und Füßen, möglicherweise auch eine Borreliose. Den Patienten belasteten am meisten die Arthritis-Beschwerden (Schmerzen, Schwellung, Entzündung) und die starken Nachtschweiße. Eine leichte Osteoporose w urde auch diagnostiziert.

These: Es stellt sich bei diesem massiven Krankheitsbild die Frage, ob das zerstörte Knochenmark (oftmals genetisch bedingt?) allein die CLL erklärt oder ob doch nicht - im Gegenteil - gerade die häufigen Infektionen eine Überforderung des Immunsystems bedeuten und so zu der ständigen Erhöhung der Lymphozyten / Leukozyten, zur Verschiebung des Blutbildes führen und damit das Knochenmark- und Blutbildungssystem zusätzlich „stressen“. I st die CLL vielleicht nur eine Art ü berfordernde Dauerinfektion?  Und geht sie nicht dadurch gerade in das Non Hodgkin Lymphom (im engeren Sinne) über? Kann möglicherweise die CLL geheilt werden oder auf ein erträgliches Maß reduziert werden, wenn es gelingt, die Zahl der Infektionen deutlich zu senken?

Krankheitsverlauf

Wegen des a ggressiven Verlaufs d er CLL Erkrankung (Kanofsky Index bei 90%, Leukos bei 144 000, Lymphozyten 70%, Hb noch im Normbereich, vergrößerte Lymphdrüsen im Hals- und Bauchbereich, leicht vergrößerte Milz, Lebergröße normal, starke Nachtschweiße, Gewichtsverlust und Schwächegefühl durch die Erkrankung, keine Blutungsneigung, aber viele rezidivierende Infekte.....) wurde bereits n ach 6 Krankheits-Jahren (2008) eine Chemotherapie m it 5 Zyklen Fluadarabin und Cyclophosphamid d urch den behandelnden Hämatologen durchgeführt, die zu einer partiellen Remission der CLL führte (Leukos dann in der Norm bei 6800 und ein fast unauffälliges Blutbild). Auf eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern wurde verzichtet. Die Chemotherapie wurde mit n aturheilkundlichen Therapien b egleitet (→ Ausleitung der chemischen Gifte).

Danach, in den vergangenen sieben Jahren b is heute (2015) liegen inzwischen die Lymphozyten bei 73%, die Leukozyten sind wieder langsam angestiegen (sie schwanken zwischen circa 60 000 und 90 000Leukos), die Thrombozyten liegen etwas unter der Norm, die Milz ist leicht vergrößert, es gibt zervikal und submandibuläre vergrößerte Lymphknoten, das Hb liegt im Grenzbereich bei 10. Das heißt, es liegt e ine l eichte Aktivitätszunahme der CLL vor (genetischer Typ Del (13) -q14q22- ), die immer wieder n ahe bei einer Chemotherapie-Indikation liegt nach den Vorstellungen einer evidenzbasierten Medizin (z.B. bei einer noch größeren Anämie oder einer stärkeren Blutbildverschiebung. In diesem Fall leistet übrigens S taphisagria D 30 (DHU) unschätzbar gute Dienste. Wenn das H b unter 10 zu rutschen drohte, konnte man das Hb in nur einer Woche 9,5 auf circa 10,4 oder höher steigern. Manchmal wurde gleichzeitig auch V itamin B12 per os eingenommen.)

Bis heute ist der bald 64 – jährige Patient trotz allem arbeitsfähig und erfreut sich bei zahlreichen Freizeitaktivitäten. Er ist also quasi gesund, wenn auch in besonderem Maße Infekt-gefährdet. Die Folge der konsequenten homöopathischen Therapie (vgl. Rippe et al. 2001: Paracelsusmedizin), Kräuter- und Nosodentherapie scheint zu sein, dass das Immun- und Abwehrsystem des Patienten gestärkt wurde und auch in psychischer Hinsicht unterstützende Effekte vorliegen.

Es treten nach wie vor - wie schon vor 14 Jahren bei der CLL-Diagnosestellung - die vielen unterschiedlichen, manchmal leichteren, manchmal schwereren Infektionen etwa alle drei Wochen auf; sie können aber durch maßgeschneiderte naturheilkundliche Maßnahmen in ihrer Symptomatik sehr rasch behoben werden und werden dadurch nicht zu einem lebensbedrohlichem Zustand. Der CLL-Patient beobachtet „seine Infektionszeichen“ und behandelt sich inzwischen sofort selbständig mit diversen Kräutern und Homöopathika, damit die Leukozyten-Anzahl nicht hochgetrieben wird.

Therapeutische Maßnahmen der Naturheilkunde

Die Chemotherapie wurde komplementär begleitet mit:

Endoxan D6 (= homöopathisches Cyclophosphamid) (SPAGYRA), X-Ray D30 (SPAGYRA), Prunus spinosa D6 (SPAGYRA), Geranium robertianum Urtinktur (CERES), Gneis D6 (= Lapis albus von WELEDA), Gentianum

compositum (WALA), Panax Ginseng D12 (SPAGYRA), Kalium sulfuricum D6 (DHU), Lymphdiaral BasistropfenSL (PASCOE).

Um die allgemeine Abwehrlage des Patienten zu verbessern, wurden ihm Selen(CEFASEL 300), Wobenzym N (MUCOS), Schüsslersalze, Multivitamin- und Mineralsalz-Präparate gegeben; Vitamin D und Calcium (→ Osteoporose-Prophylaxe), V itamine B 12 (bei n iedrigem Eisen- und Hb-Wert per os oder sub cutan (!))einmal in der Woche gespritzt).

Während der ganzen Zeit der Chemotherapie fühlte sich der gut gelaunte Patient erstaunlicherweise leistungsstark und arbeitsfähig. Er hatte nur mit leichten Übelkeiten zu kämpfen. Die Selen/Enzym/ Mineralsalz- und Vitamin- Therapie ist vergleichweise günstig und die „Ausleitung der chemotherapeutischen Gifte“ durch Homöopathika und Kräutertinkturen äußerst wirksam.

2. Im Anschluss an die Phase der erfolgreichen komplimentären Chemotherapie-Behandlung wurde versucht, bei dem CLL Patienten eine Normalisierung, bzw. Modulierung des Immunsystems zu bewirken. Die evidenzbasierte Medizin beschränkt sich in der Zeit nach der Chemotherapie auf die Beobachtung verschiedener Blutparameter (Hb, Leukos, Thrombozyten, ... ) und das „Wait and Whatch“; d.h. der Hämatologe wartet nur ab. Er startet erst mit einer weiteren Chemotherapie bei einer bestimmten Höhe der Leukozyten, Thrombozyten und des Hb.

Ziel der naturheilkundlichen Therapie war es, durch das ganzheitlichere Vorgehen die Lymphozytenwerte und die anderen Blutwerte unter den kritischen Werten zu halten, die eine Chemotherapie notwendig machen.

Nach der z ahnärztlichen Sanierung (Entfernung der Amalgame) und der Empfehlung sich zuckerärmer (Pilzbelastung!) und Alkohol ärmer zu ernähren (Leberentgiftung!) wurden über mehrere Jahre verschiedene „Ausleitungsmedikamente“ eingesetzt, die jeweils nach ein vier bis sechs Wochen gewechselt wurden. Es wurde hierbei darauf geachtet, dass insbesondere die Nieren- und Leberfunktion durch die naturheilkundlichen Medikamente unterstützt wurden.

4. Ein großes Problem für den CLL-Patienten waren die häufig auftretenden polyarthritischen Beschwerden. Durch Schwellung und starke Entzündungen der Gelenke bedingt, konnte er manchmal kaum noch laufen und auch nicht mehr die Finger bewegen; die Orthopäden waren relativ ratlos. Die Schwellungszustände der Gelenke waren vielleicht auch durch das überforderte Lymphsystem bedingt, das Drainagesystem der interstitiellen Flüssigkeit war nicht mehr optimal funktionsfähig.

A) Renes/Equisetum comp (WALA), tgl. 7 Globuli, Juglans Regia comp (WALA), tgl. 7 Globuli. Lymphdiaral Basistropfen SL (Pascoe), Geranium robertianum Urtinktur (CERES), tgl. drei Tropfen auf die Zunge,

oder

B) Taraxacum D6 (DHU), tgl. 7 Globuli, Archangelica comp (WALA), tgl. 7 Globuli, Juniperus similiaplex R (Pascoe), tgl. 10 Tropfen, Equisetum arvense D12 (DHU)

oder

C) Eine Mischung aus verschiedenen Tinkturen (bei Spagyra hergestellt, 1xtgl. 20 Tropfen):

Echinacea D6, Cupressus sempervivens D3 , Equisetum arvense D12, Angelic archangelica D3, Eleuterococcus senticosus D3, Galeopsis Urtinktur, Conium D6, Chininum arsenicosum D6, Poterium spinosium D3, Poterium spinosium D3

oder

D) Eine Mischung aus verschiedenen Tinkturen (bei Spagyra hergestellt, 1xtgl. 20 Tropfen):

Ammonium Molybdaenicum D6, Inula helenium D6, Manganun phosphoricum D12, Panax Ginseng D 12, Tribulus Terrestris D6

Diese Phase der naturheilkundlichen „Ausleitung und gesundheitsbezogenen Sanierung“ bewirkte, dass der CLL-Patient ein feineres Hautkolorit bekam („gesünderesAussehen“),sichagiler fühlteundAusstrahlungsmäßig(„Aura“) stärker war. Insbesondere verbesserten sich die Leber-Messwerte und die Lymphknotenschwellungen verkleinerten sich. Leider stiegen - infolge der Schädigung des Knochenmarks? - die Leukozyten und Lymphozyten weiterhin an (aber immerhin verhältnismäßig langsamer als vor der Chemotherapie).

3. Durch ein homöopathisches Mittel konnten die zehrenden Nachtschweiße und das leichte Fieber ( →Elektrolytverluste und zeitweise ein zwei- oder dreimaliger, belastender Wäschewechsel in der Nacht) weitgehend z um Verschwinden gebracht werden. Da die Fieber- und Schwitzattacken durch die CLL periodisch alle drei oder vier Tage verstärkt auftragen (→eine Malaria-ähnliche Erkrankung?), konnte der Patient durch die abendliche Einnahme von China D6, später dann auch China D30 wiederdurchschlafen und musste nicht mehr die Wäschegarnitur wechseln. Eine Einmal - Gabe von China D200 stabilisierte die nächtliche Temperatursituation deutlich.

Zufällig wurde bei einer Blutuntersuchung im Zusammenhang mit einem Arthritis-Schub ein hoher Titter für das Pfeiffer‘sche Drüsenfieber (Epstein Barr Virus) festgestellt und auch ein Hinweis auf eine mögliche frühere Borreliose-Erkrankung. Jetzt war klar, wie die Beschwerden geheilt werden konnten. Auf der Basis der Ausleitungs-Medikamente konnte eine Nosoden-Therapie beginnen. Dreimalige Gaben der Nosoden Zeckenbiss C30 und Pfeiffersches Drüsenfieber (EBV) D12 (je einmal im Monat) bewirkten Wunder. Die Entzündungs- und Schwellungs-Zustände verschwanden augenblicklich hierdurch und durch eine begleitende vierwöchige Ausleitungstherapie mit

Dipsacus fullonum Urtinktur (CERES) (vgl. Storl 2007), tgl. 3 Tropfen auf die Zunge, Bryonia D6 (DHU), 2mal tgl. 7 Globuli, Lymphdiaral Basistropfen (PASCOE), 2mal tgl. 10 Tropfen, Arthriplex-Tropfen (STEIERL), 2mal tgl. 10 Tropfen, Aconitum (DHU) D30, 1ml tgl. 7 Globuli.  Bei Bedarf wurden die Gelenke eingecremt mit S tannum metallicum Salbe 5% (WELEDA), Bryonia Salbe 5% (WELEDA) oder Kytta Salbe f (MERCK). L auwarme F ußbäder mit Arnika- und Schachtelhalm-

Tinkturen hatten eine leicht abschwellende Wirkung und wurden vom Patienten als wohltuend empfunden.

Die Gelenkbeschwerden, die den Patienten Monate lang gequält hatten, sind inzwischen durch diese multimodale Therapie vollständig verschwunden! !

These: War möglicherweise eine zugrundeliegende EBV Infektion oder unerkannte Borreliose auch die Ursache der CLL, bzw. für die ständigen Arthritis-Beschwerden? Hatten die latenten infektiösen Prozesse an den verschiedenen Gelenken - bedingt durch alte Antikörperbestandteile oder Aminosäuren - Partikel durch die Antibiotikabehandlungen - die Lymphozyten- und Leukozyten-Anzahl des Patienten in die Höhe getrieben? War deswegen die Nosoden-Therapie so erfolgreich und führte zu einer besseren Drainage im Lymphsystem? Konnte indirekt eine „Heilung“ der CLL bewirkt werden, indem die möglicherweise zu Grunde liegende Infekte mit naturheilkundlichen Mitteln ausgeheilt wurden?

5. Während der Erkältungszeit in den Wintermonaten und auch immer wieder im Jahresverlauf hatte der CLL-Patient natürlich auch I nfekte w ie Schnupfen, Herpes Labialis, Husten, Heiserkeit, Angina, Scharlach, Bronchitis, Blasenentzündung, usw. ... Im Laufe der Zeit konnte er die ersten Symptome diese banalen (und im Fall der CLL manchmal gefährlich werdenden) Infekte analysieren und anhand eines Homöopathie Lehrbuches (vgl. Stumpf 2001) gut selbständig behandeln. Z iel der Behandlung war, die h äufigen Infekte durch H omöopathika in niederen Potenzen (D6-D30) zu modifizieren, bzw. auszuleiten,  damit die Lymphozyten/Leukozyten-Anzahl nicht lebensgefährlich entgleisen konnte.

Reichten die üblichen homöopathischen Erkältungsmittel aus der Hausapotheke (w ie Aconitum , Belladonna, Phytolacca, Apis, Hepar sulfuris, Pulsatilla, Lachesis, Ferrum phosphoricum, Ipecacuana, Bryonia, Spongia, Cantharis, Berberis, ...) und Komplexmittel wie Metavirulent (META FACKLER) oder Meteoreisen comp . (WALA) nicht aus, wurde das jeweilige Krankheitsbild durch den Homöopathen genauer analysiert, um das richtige Heilmittel zu finden.

6. Einmal entwickelte der Patient eine heftige A ngina, die einen HNO-Arzt Besuch zur Folge hatte. Die Mandeln waren maximal gerötet und angeschwollen; im ganzen Rachenraum hatten sich eitrige und weiße Infiltrate gebildet, die ein wenig an „schimmelige Pflaumen“ (Moniliapilz) erinnerten. Der HNO Arzt wollte sofort die Mandeln entfernen, um Gewebeproben zu entnehmen, da er eine aggressive Krebs(vor)stufe vermutete.

Der OP Termin konnte abgesagt werden, da durch eine Monilia albicans Nosode D12, Lachesis D30, Hepar sulfuris D6 und Berberis D6 d ie Infektion innerhalb von 3 Tagen komplett verschwunden war. Nach einem Monat wurde noch einmal auf der Grundlage einer Ausleitungstherapie (B erberis D6)  die N osoden Monilia albicans D12 und EBV D12 verordnet.

7. Mehrere Male zeigten sich beim CLL Patienten Symptome einer G ürtelrose (Herpes Zoster) mit vielen Bläschen und entsprechenden Schmerzen. G eheilt wurden diese Infektionen und Schmerzzustände durch die s ofortige Gabe von Mezereum D6, Aconitum D30, Lachesis D12 und Herpes Zoster Nosode D30.

8. Der Neigung des Patienten, S chweißdrüsenkarbunkel und Nagelbett Eiterungen zu entwickeln, wurde homöopathisch begegnet mit H epar sulfuris D6, Calcium fluoratum D12, Calcium sulfuricum D12, Equisetum arvense D 12 und Meteoreisen comp. (WALA) . Die in früheren Zeiten beim Patienten notwendigen O perationen der großen eitrigen Entzündung wurden damit überflüssig.

9. Nach einer beruflichen Umstellungssituation (Vorruhestand als psychisch belastendes Erlebnis oder auch Krankheitsursache?) und einer größeren zahnärztlichen Behandlung (Zahnersatz) entwickelte sich leider beim Patienten im letzten Jahr auch noch ein Symptomkomplex, der einem Parkinson – Syndrom ähnlich war (Zwei Neurologen vermuteten eine Parkinson-Diagnose und wollten Dopamin als Medikament verordnen, da heftiges Zittern an allen Gliedmaßen, kleinschrittiger Gang, Rigor, Schwindelattacken, Entschluss-Schwäche vorlagen. Autofahren, feinmotorisches Hantieren und auch handschriftliches Schreiben waren nicht mehr möglich!). Der Patient hatte außerdem leicht vergrößerte Lymphknoten im Leistenbereich und u nspezifische Verdauungsprobleme mit Blähungen und leichten Durchfällen, die möglicherweise durch ein lymphatisches Infiltrat im Ileumbereich oder dem Parkinson bedingt waren.

Das CT zeigte keine makroskopische Schädigung im Gehirn; die „Parkinson-beweisende“ MRT (→Dopaminmangel!) wurde aus Rücksicht auf diemögliche BelastungderCLL-BlutwertedurchdieradioaktivenSubstanzen noch nicht durchgeführt. Dies war aktuell auch nicht mehr notwendig, da mit einem relativ einfachen Rezept die P arkinsonähnliche Symptomatik behoben werden konnte (analog zum Therapievorschlag im Vademecum Buch von Weleda, Soldner 2008) und sich auch die V erdauungsbeschwerden bessert en.

Der Patient nahm vier Wochen lang S ubstantia nigra (Gl D12) (WALA) dreimal in der Woche per os (3 Minuten im Mund behalten) ein und Epiphysum (Gl D5) (WALA) ab der dritten Woche drei Wochen lang. Dazu gab es täglich zweimal A rsenicum Album D6 (und später D12 und D30), B elladonna D30, Oleander D12,  D ipsacus fullonum Urtinktur(CERES) und G eranium robertianum Urtinktur (CERES) für drei Wochen. Außerdem C ardiodoron mite (WELEDA) zur psychischen Stabilisierung und Kreislaufunterstützung. Auch ein längerer täglicher Spaziergang (mit großen Schritten!) und entspannende Gymnastik (Tai chi) wurde von therapeutischer Seite empfohlen.

These: Es stellt sich hier die Frage, wie es möglich ist, mit den nur einfachen homöopathischen Substanzen (vgl. Boerike 1993), Nosoden (vgl.Staufen-Pharma2014) und verschiedenen pflanzlichen Urtinkturen (vgl. Kalbermatten -CERES 2011) einen beginnenden Parkinson zum Verschwinden zu bringen. Lag nur eine Schwächesituation des Patienten vor (bedingt durch Durchfälle, Gewichtsverlust oder eine unklare, zahnärztliche Vergiftungssituation)? Oder waren vielleicht Spinal- und Vestibular-Nerven entzündet? Oder waren minimale Lymph-Infiltrate im Mandelkern die Ursache des Parkinson-ähnlichen Syndroms? Möglicherweise waren psychotherapeutische Suggestions- und Placebo-Effekte bei der Heilung des CLL-Parkinson-Patienten beteiligt, aber diese Heilung war so spektakulär, dass es mir sinnvoll schien, mit diesem Beitrag die Fachwelt zu informieren. Es scheint mir auch sinnvoll, eine vernünftige naturheilkundliche Forschung in diesem betretenen medizinischen Neuland zu beginnen....

Zusammenfassung

Vielleicht ist es vermessen, bei einem Patienten mit einer 14 Jahre alten CLL und einem maximal 10% intakten Knochenmark eine „Heilung“ erreichen zu wollen. Dennoch ist es in diesem Einzelfall gelungen, durch eine Kombination von Homöopathika, Nosoden und Urtinkturen die Chemotherapie der CLL erfolgreich zu begleiten und massive Infekte wie Gürtelrose, Arthritis, usw. und sogar Parkinson im Verlauf der Erkrankung zum Verschwinden zu bringen. Die alltägliche Lebensqualität des Patienten hat zugenommen, obwohl die Blutbildverschiebung weiterhin besteht und eine weitere Chemotherapie nicht ausgeschlossen ist. Dies ist ein besonderer Erfolg, weil die chronischen CLL-Infekte öfter in eine septische (letale) Situation entgleisen können.

Es wird die These aufgestellt, dass die CLL-Leukämie möglicherweise nur eine Art chronische Infektion ist, die die Folge von einer nicht ausgeheilten Borreliose, von einem Pfeiffer’schen Drüsenfieber und/oder von diversen Herpesinfektionen ist.

In psychologischer Hinsicht scheint es sinnvoll, dem Erkrankten Mut zu machen, dass die CLL keine unbeherrschbare Krankheit („wie Krebs“) ist, sondern lediglich ein umfangreiches Infektionsgeschehen, das gut mit naturheilkundlichen Mitteln behandelbar ist und weitere Chemotherapien weitgehend überflüssig macht. Der klinisch relevante Zusammenhang zwischen (psychologischem) Stress und Infektionskrankheit kann begleitend durch psychotherapeutische Maßnahmen günstig beeinflusst werden.

Literatur